Klaus-Tschira-Medaille an Prof. Dr. Gerhard Weber verliehen
Für sein Engagement zur Barrierefreiheit bei der Nutzung von Informationstechnik und dem Thema Informatik und Inklusion ehrt die Gesellschaft für Informatik e.V. und die Klaus Tschira Stiftung den MCI-Forscher Prof. Dr. Gerhard Weber mit der Klaus-Tschira-Medaille.
Berlin, 25. September 2026 | Für seine Verdienste zur Verknüpfung von Inklusion und Informatik sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene erhält Prof. Dr. Gerhard Weber die Klaus Tschira Medaille. Gerhard Weber, der von 2007 bis 2026 den Lehrstuhl für Mensch-Computer-Interaktion und die Arbeitsgruppe „Services Behinderung und Studium“ an der TU Dresden leitete, hat die nutzungszentrierte Entwicklung assistiver Technologien für Menschen mit Einschränkungen – insbesondere für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen – in den Mittelpunkt des von ihm mitaufgebauten europäischen Netzwerks gestellt.
Prof. Dr. Martin Wolf, Präsident der Gesellschaft für Informatik:
„Prof. Dr. Gerhard Weber hat wie kaum ein anderer wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung mit gesellschaftlicher Relevanz verbunden und diese gleichsam nachhaltig geprägt. Durch seine Arbeit zeigt er, dass Barrierefreiheit kein Randthema ist, sondern ein zentraler Baustein für eine moderne, inklusive Digitalisierung. Mit seiner Arbeit hat er nicht nur individuelle Karrieren ermöglicht, sondern auch die Wissenschaft allgemein zugänglicher gemacht.“
Webers wissenschaftliche Laufbahn ist geprägt von einer interdisziplinären Ausrichtung und der Überzeugung, dass Technologien allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen müssen. Seine Arbeiten zur inklusiven Gestaltung von Lernumgebungen, zur Barrierefreiheit digitaler Lehr- und Lernmaterialien sowie zur Entwicklung audio-taktiler Ansätze haben neue Maßstäbe gesetzt. Besonders eindrücklich ist sein Einsatz für die Übersetzung theoretischer Erkenntnisse in konkrete, nutzungszentrierte Lösungen in Technologien, Dienstleistungen und Prozesse, die Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen den Zugang zu Bildung, Arbeitswelt und kultureller Teilhabe erleichtern.
Sein Wirken hat dazu beigetragen, dass Barrierefreiheit heute nicht nur als technischer Standard, sondern als kulturelles Prinzip verstanden wird.
Dafür wurde ihm auf dem INFORMATIK FESTIVAL 2026 in Dresden die Klaus-Tschira-Medaille verliehen, mit der die Gesellschaft für Informatik und die Klaus Tschira Stiftung Menschen auszeichnet, die besondere Verdienste hinsichtlich der Nutzung und Weiterentwicklung informatischer Methoden in unterschiedlichen Anwendungsgebieten geleistet haben.
